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Flotzinger, Rudolf
Rudolf Flotzinger, 22. Sept. 1939 in Vorchdorf / Oberösterreich. Musikwissenschaftler. Nach musikalischer Ausbildung und humanistischem Gymnasium in Kremsmünster studierte er ab 1958 an der Musikakademie Wien (Tonsatz bei Karl Schiske) sowie an der Universität Wien (v. a. Musikwissenschaft bei Erich Schenk und Walter Graf, Germanistik bei Hans Rupprich, Philosophie bei Leo Gabriel und Erich Heintel), wo er 1965 promoviert wurde. Er war 1963–1966 und 1968–1971 Assistent am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Wien, dazwischen Humboldt-Stipendiat in Göttingen (bei Heinrich Husmann) und habilitierte sich 1969 in Wien mit seinem Buch über den Discantussatz. 1971–1999 war er Vorstand des Instituts für Musikwissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz, 1973 Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft, zweimal Direktoriumsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft (Basel) und ist außerdem korrespondierendes Mitglied der Akademien der Wissenschaften (und Künste) in Zagreb und Wien sowie Mitglied der Academia Europæa (London). Er war Herausgeber der Grazer musikwissenschaftlichen Arbeiten (1975–2001), der Johann Joseph Fux-Gesamtausgabe (1979–1986), Musik alter Meister (1984–1993) sowie Schriftleiter der Acta musicologica (1991–1999), schrieb Bücher und Aufsätze v. a. zur Musikgeschichte Österreichs, zu Fragen der frühen Mehrstimmigkeit sowie zur Geschichte und Methodik der Musikwissenschaft.
SCHRIFTEN (Auswahl; vollständiges Verzeichnis bis 2009 in: Sapienti numquam sat. Rudolf Flotzinger zum 70. Geburtstag (= Anklaenge. Wiener Jahrbuch für Musikwissenschaft 2009), hg. B. Boisits / C. Szabó-Knotik, Wien 2009, 285–315
I. Bücher Die Lautentabulaturen des Stiftes Kremsmünster. Mit musikgeschichtlicher Auswertung der Handschriften L 64 und L 81 sowie thematischem Katalog des Gesamtbestandes, Diss. Wien 1964 (Teildruck = Tabulae Musicae Austriacae 2, Wien 1965) <> Der Discantussatz im Magnus liber und seiner Nachfolge. Mit Beiträgen zur Frage der sogenannten Notre-Dame-Handschriften, Wien/Köln/Graz 1969 (= Wiener musikwiss. Beiträge 8) <> Geschichte der Musik in Österreich zum Lesen und Nachschlagen, Graz/Wien/Köln 1988 <> Musikwissenschaft an der Universität Graz. 50 Jahre Institut für Musikwissenschaft, Graz 1990 <> Choralhandschriften österreichischer Provenienz in der Bodleian Library/Oxford, Wien 1991 (= Österreichische Akademie der Wissenschaften, Veröffentlichungen der Kommission für Musikforschung 26) <> [gemeinsam mit Egon Wellesz] Johann Joseph Fux. Musiker - Lehrer - Komponist für Kirche und Kaiser, Graz 1991 <> Perotinus musicus. Wegbereiter abendländischen Komponierens, Mainz u.a. 2000 <> Leoninus musicus und der Magnus liber organi (Kassel etc. 2003) <> Von Leonin zu Perotin. Der musikalische Paradigmenwechsel in Paris um 1210 (Bern etc. 2007) <> Das sogenannte Organum. Zu den Anfängen der kirchlichen Mehrstimmigkeit im Abendland (Graz 2011)
II. Artikel Beobachtungen zur Notre-Dame-Hs. W1 und ihrem 11. Faszikel, in: Österr. Akad. der Wiss., phil.-hist. Klasse, Anzeiger 105/1968, 1969, 245–262 (= Mitt. der Kommission für Mf. 19) <> Zur Frage der Modalrhythmik als Antike-Rezeption, in: Archiv für Musikwiss. 29, 1972, 203–208 <> Buntschucherh-explicit, in: Festschrift Walter Senn, hg. E. Egg / E. Fässler, München/Salzburg 1975, 89–92 <> Soziographie in der österreichischen Musikgeschichte, in: Soziographie des Musiklebens (= Musik und Gesellschaft 17) , Karlsruhe 1979, 22–34 <> Zu Perotin und seinem "Sederunt", in: Festschrift Hans-Heinrich Eggebrecht, hg. W. Breig / R. Brinkmann / E. Budde, Wiesbaden/Stuttgart 1984, 14–28 <> Brahms als Briefschreiber, in: [Kongress-Bericht] Bruckner-Symposion Linz 1983, Linz 1985, 95–114 <> Friedrich v. Hauseggers Begriff von Musikwissenschaft, in: Gedenkschrift Guido Adler (= Musicologica Austriaca 6), hg. R. Flotzinger / F. Födermayr, Föhrenau 1986, 15–46 <> Versuch einer Geschichte der Landmesse, in: [Kongress-Bericht] Bruckner Symposion Linz 1985, Linz 1988, 59–72 <> Musikwissenschaft und der österreichische Mensch, in: Die Universität und 1938 (= Böhlaus zeitgeschichtliche Bibliothek 11), hg. Chr. Brünner / H. Konrad, Wien/Köln 1989, 147–166 <> Una voce – Die Ausführung des Chorals und das Problem der frühen Ein- und Mehrstimmigkeit, in: Festschrift Constantin Floros, hg. P. Petersen, Wiesbaden 1990, 439–448 <> Dic Paraphonista oder: Klangprinzip und Organum, in: Festschrift M. Lütolf, hg. B. Hangartner / U. Fischer, Basel 1994, 99–111 <> Die Wiener musikalische Schule des 18. Jh., nebst einigen Folgerungen für die Musikgeschichtsschreibung, in: Studien zur Musikwiss. 44, 1995, 31–46 <> Die Musikanschauung des Johann Joseph Fux (1660-1741), in: Das achtzehnte Jahrhundert und Österreich (= Jahrbuch der Österr. Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jh.s 10), Wien 1995, 92–115 <> Der Stand der biographischen Fux-Forschung 1991. Fragen – Antworten – Möglichkeiten, in: Johann Joseph Fux und seine Zeit (= Publikationen der Hochschule für Musik und Theater Hannover 7), hg. von A. Edler / Fr. W. Riedel, Laaber 1996, 93–110 <> Moderne Musik – Musik der Moderne. Ausgangsüberlegungen und -hypothesen, in: Studien zur Moderne 1, hg. R. Haller, Wien/Köln/Weimar 1996, 199–266 <> Die Passacaglien von Krsto Odak, in: [Kongress-Bericht] Zagreb 1988 (= Muzikoloski Zbornici 4), Zagreb 1997, 79–92 <> Zu den entwicklungsgeschichtlichen Implikationen der Begriffe Ein- und Mehrstimmigkeit, in: Wiener Veröff. zur Musikwiss. 34, Tutzing 1998, 29–41 <> Petrus cantor e la musica, in: Musica e storia 6/2, 1998, 257–267 <> Bruckners Rolle in der Kulturgeschichte Österreichs, in: [Kongress-Bericht] Berlin 1996 (= Beihefte zum Archiv für Musikwiss. 45), Stuttgart 1999, 9–24 <> Zur Übernahme der Liniennotation durch die Benediktiner im deutschen Sprachraum, in: Die Klöster als Pflegestätten von Musik und Kunst (= Michaelsteiner Konferenzberichte 55), Michaelstein 1999, 7586 <> Österreichische Musik und Musikwissenschaft in ihrem Verhältnis zur Philosophie, in: Ch. Asmuth / G. Scholtz / F.-B. Stammkötter (Hg.), Philosophischer Gedanke und musikalischer Klang. Zum Wechselverhältnis von Musik und Philosophie, Frankfurt/New York 1999, 97110 <> Herkunft und Bedeutung des Ausdrucks (Wiener) Klassik, in: Wiener Klassik. Ein musikgeschichtlicher Begriff in Diskussion (= Wiener Beiträge zur Musikwissenschaft 21), hg. G. Gruber, Wien 2002, 41–52 <> Wurzeln, Muster und Mutterdisziplinen der modernen Musikwissenschaft, in: Musicologica Austriaca 21, Wien 2002, 217–232 <> Mozart, Tanz und Stubenmädchen, in: Bericht über das Mozart-Symposium zum Gedenken an Wolfgang Plath 2000 (= Mozart-Jahrbuch 2001), hg. M. Danckwardt / W.-D. Seiffert, Kassel etc. 2003, 191–201 <> Auf der Suche nach einheimischen Komponisten in den Trienter Codices. Fakten, Möglichkeiten und Schlußfolgerungen, in: Manoscritti di polifonia nel quattrocento Europeo. Atti del convegno internationale di studi Trento 2002, hg. Marco Gozzi, Trento 2004, 193–203 <> Musikwissenschaftliche Terminologie – nicht nur eine Frage der Mode, in: Festschrift für Gernot Gruber zum 65. Geburtstag, hg. J. Brügge et al., Tutzing 2004, 537–560 <> Hausegger zwischen Hanslick und Adler, in: [Kongress-Bericht] Musikwissenschaft als Kulturwissenschaft damals und heute (= Wiener Veröff. zur Musikwiss. 40), hg. Th. Antonicek / G. Gruber, Tutzing 2005, 141–154 <> Lukas und Gregor. Vergleich zweier mittelalterlicher Mythen, in: Ars Musica / Musica sacra (= Regensburger Studien zur Musikgeschichte 4), hg. D. Hiley, Tutzing 2007, 1–18 <> Die Trienter Codices: Rezeptions- und Bedarfsfragen, in: Wiener Quellen der älteren Musikgeschichte zum Sprechen gebracht (= Wiener Forum für ältere Musikgeschichte 1), hg. B. Lodes, Tutzing 2007, 205–228 <> Zu den Instrumentalformen im Barock – mit besonderem Blick auf Wurzeln der sog. Sonatenform, in: Musicologica Austriaca 27 (2008), 45–60 <> Zur Typenvariation des Barock, in: Studien zur Musikwiss. 55 (Tutzing 2009), 121–167 <> Paris um 1210: Schauplatz eines Paradigmawechsels in der abendländischen Musik, in: Städtische Räume im Mittelalter (= Forum Mittelalter. Studien 5), hg. S. Ehrich / J. Oberste, Regensburg 2009, 93–99 <> Zum Beginn der rationalen Zeitmessung in der abendländischen Musik, in: Phänomen Zeit. Dimensionen und Strukturen in Kultur und Wissenschaft, hg. D. Goltschnigg, Tübingen 2011, 321–325 <> Repertoire, Umfeld und Stil der habsburgischen Hofkapellen im 15. Jahrhundert, in: [Kongress-Bericht] Die Wiener Hofmusikkapelle III. Gibt es einen Stil der Hofmusikkapelle?, hg. H. Krones et al., Wien/Köln/Weimar 2011, 1–44
III. Editionen Musikgeschichte Österreichs, Graz/Wien/Köln 11977–1979, Wien/K./Weimar 21995 (mit G. Gruber) <> Musik in der Steiermark. Katalog der Landesausstellung 1980, Graz 1980 <> Trienter Codices, Siebente Auswahl (= Denkmäler der Tonkunst in Österreich 120), Graz/Wien 1970 <> Wolfgang Schmeltzl, Guter, seltzsamer und kunstreicher teutscher Gesang (= Denkmäler der Tonkunst in Österreich 147/148), Graz 1990 <> Oesterreichisches Musiklexikon 1–5, Wien 2002–2006
(January 2012)
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