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Rothe, Hans
Geboren am 5. Mai 1928 in Berlin, als Sohn des Karl Rothe und seiner Ehefrau Luise, geb. Stoeckel. Aufgewachsen auf dem elterlichen Gut Samonienen in Ostpreußen. Nach Volksschule in Tollmingkehmen seit 1934 Besuch der Kantschule in der Kreisstadt Goldap als Fahrschüler von 1938 bis 1944. Von Februar 1944 bis März 1945 eingezogen als Flakhelfer, eingesetzt in Hamburg. Nach Entlassung aus dem Flakdienst and Verlust von Ostpreußen bis Ende April in Berlin bei den Großeltern Stoeckel. Flucht der Mutter nach Holstein, dort von April bis Oktober 1945 tätig in der Landwirtschaft. Von Oktober 1945 bis Marz 1947 Besuch der Walddörfer-Oberschule in Hamburg-Volksdorf. Reifeprüfung daselbst März 1947.
Danach Studium der Slawischen Philologie bei Alfred Rammelmeyer, der Indogermanistik bei Erich Hofmann und der Kirchengeschichte bei Peter Meinhold in Kiel von 1947 bis 1949; in Marburg a. d. Lahn im Sommer 1949 bei Dmitrij Tschižewskij, und Ernst Benz; in London Cheshunt College 1949/50 der Theologie; und wieder in Kiel bis 1954, inzwischen, nach Wegberufung von Rammelmeyer, bei Ludolf Müller. Dort Promotion in den genannten Fächern im Februar 1954 mit einer Dissertation zur Syntax des Altkirchenslawischen.
Von Oktober 1954 bis März 1963 wissenschaftlicher Assistent in Marburg/L. bei Alfred Rammelmeyer und dann bei Herbert Bräuer. Dort Habilitation im Februar 1963 mit einer Arbeit über „N. M. Karamzins europäische Reise - der Anfang des russischen Romans“, gedruckt 1968. Von 1963 bis 1966 dort Privatdozent. Im Sommersemester 1964 Lehrstuhlvertretung am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin. Berufung auf einen neu errichteten Lehrstuhl für slawische Philologie, Literaturgeschichte, an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn zum Sommersemester 1966. Dort tätig, nach Ablehnung von Berufungen, bis zur Emeritierung 1993.
Studienreisen nach Polen 1956, 1971 und öfter; in die Tschechoslowakei 1962, 1968, 1969, 1974 und öfter; nach Jugoslawien 1953, 1956, 1971, 1978 und öfter; nach Bulgarien 1975, 1988 und öfter; nach Russland (Sowjetunion) 1962, 1991, 1997 und öfter; in die Ukraine 1983, 1995; nach Weißrussland 1982; nach Finnland 1954; nach Paris 1956; nach Rom 1978 und öfter: Vortragsreise in die USA 1988.
Hauptarbeitsgebiete: Literaturen der Slawischen Völker vom 10. bis zum 20. Jahrhundert; wissenschaftliche Ausgaben slawischer Literaturdenkmäler, besonders sakraler Literatur (ostslawische Kontakien, 6 Bände, und Liturgische Hymnen, 16 Bände).
1979 Vizepräsident der MAIRSK/UNESCO; 1979 Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf; 1980 des Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrates in Marburg/L.; 1983 Mitglied im internationalen Slavistenkomitee, 1990 im Präsidium, 2003 Ehrenmitglied. 1987 Annual Präsident der Modern Humanities Research Association in London; 1989 Full Member der Ukrainian Academy of Arts and Sciences in the U.S., Inc.; 1991 Auswärtiges Ordentliches Mitglied der Polnischen Akademia Umiejetności in Krakau; 1994 korrespondierendes Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften; 1998 der Akademie der Wissenschaften in Göttingen; 2009 der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Vollmitglied der Academia Ambrosiana in Mailand. 1991 Verleihung des Ehrendoktors der Universität Breslau, 2003 der Sudböhmischen Universität Budweis (Česke Budejovice) und der weißrussischen Universität Polock (Polack). Andere wissenschaftliche Ehrungen durch Verleihung von Medaillen, u. a. 1992 der Palacký-Medaille und der Hlávka-Medaille der ČSAV in Prag, 2003 der Goldenen Medaille der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava.
(July 2011)
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