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Feil, Arnold
Arnold Feil (Mannheim/BRD, 2. Oktober 1925) Musikwissenschaftler (Dr. Phil.), Professor für Musikwissenschaft an der Universität Tübingen/BRD (im Ruhestand), Fakultät für Kulturwissenschaften.
Geboren in Mannheim, aufgewachsen in Ludwigshafen am Rhein, Gymnasium in Mannheim. Studium der Musik (Klavier, Dirigieren) an den Musikhochschulen in Mannheim und Heidelberg. Studium der Musikwissenschaft, der Lateinischen Philologie des Mittelalters, der Geschichte (Mittelalter), der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg; Dr. phil. Heidelberg 1954; Habilitation Tübingen 1965. Seit 1972 außerplanmäßiger Professor für Musikwissenschaft an der Universität Tübingen. 1977/78 ordentlicher Professor für Musikgeschichte an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hannover.
1954–1958 Musikbeauftragter beim Kulturamt der Stadt Ludwigshafen am Rhein; 1959 -1982 Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Stuttgart; zugleich Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft an der Fachhochschule für Bibliothekswesen Stuttgart.
Als Schüler des damals Heidelberger, danach Münchener Ordinarius für Musikwissenschaft Thrasyboulos G. Georgiades war mein Hauptarbeitsgebiet stets die Geschichte der Europäischen Musik bzw. Mehrstimmigkeit, daneben aber immer auch die Beschäftigung mit außereuropäischen Musiken und mit Volksmusiken Europas bzw. mit den Einflüssen europäischer nationaler Musiken auf die Entstehung der abendländischen Polyphonie. Im Zusammenhang dieser Arbeiten nähere Zusammenarbeit mit Kollegen aus Ländern östlich des damaligen "Eisernen Vorhangs", vor allem mit Kollegen aus der DDR, aus Polen und aus dem damaligen Jugoslawien. Seit 30. Mai 1991 Korr. Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Seit 1959 haben sich zwei Schwerpunkte meiner Arbeit herausgebildet: die musikalische Editionstechnik und die Schubert-Forschung (im Zusammenhang der Neugründung einer Internationalen Franz Schubert-Gesellschaf) mit dem Ziel einer NEUEN SCHUBERT-AUSGABE (Gründung der Editionsleitung in Tübingen 1965).
Neben der musikwissenschaftlichen Arbeit im engeren Sinne: praktisch-musikalische Arbeit mit dem Collegium musicum der Universität Tübingen und mit Laien-Ensembles.
Neben allem: kabarettistische Arbeit als Bandleader der Tübinger Komödiantengruppe TÜBINGER HARMONIUM COMEDIST‘s.
Schriften (Auswahl):
Satztechnische Fragen in den Kompositionslehren von F. E. Niedt, J. Riepel und H. Chr. Koch, (Dissertation) Heidelberg 1955
Studien zu Schuberts Rhythmik, München 1966 (Habil.-Schrift)
Franz Schubert. Die schöne Müllerin, Winterreise, Stuttgart 1975
Reclams Musikführer Franz Schubert (zus. mit W. Dürr), Stuttgart 1991
Metzler Musik Chronik vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart, Stuttgart, Weimar 1993 (2., erweiterte Aufl. 2005)
Zur Genesis der Gattung Lied, wie sie Franz Schubert definiert hat, in: Muzikološki zbornik XI, Ljubljana 1975
Die Musikkultur des Mittelmeerbeckens und die abendländische Polyphonie, in: Report of the Twelfth Congress (IGMW) Berkeley 1977, Kassel 1981
Volksmusik und Trivialmusik. Bemerkungen eines Historikers zu ihrer Trennung, in: Die Musikforschung XXVI, Kassel 1973
Goethes und Schuberts 'Erlkönig', in: Festschrift Rudolf Bockholdt zum 60. Geburtstag, Pfaffenhofen 1990
Musikwissenschaft für die Praxis. Über musikalische Herausgeberarbeit, in: Glazba, riječi i slike. Music, words and images, Svečani zbornik za Koraljku Kos, Zagreb 1999
Herausgeber: O. E. Deutsch, Franz Schubert. Themat. Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge. Neuausgabe in deutscher Sprache (zus. mit W. Aderhold, W. Dürr, Chr. Landon), Kassel 1978
in der NEUEN SCHUBERT-AUSGABE die Bände
Sinfonien 1 - 3 und 4 - 6; Oktette und Nonett; Werke für Klavier und mehrere Instrumente
Franz Schubert. Jahre der Krise 1818–1823 (Kongressbericht Kassel 1982). Arnold Feil zum 60. Geburtstag, Kassel 1985.
(December 2010)
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